Interview zur Räuberwald-Trilogie




Welche Grundidee steckt hinter dem Buch Räuberwald?

Nachdem ich damals Ronja Räubertochter gelesen hatte, stellte ich mir eine einfache Frage: Was wäre wohl aus Ronja geworden? Wie würde sie als erwachsene Frau leben? Sie wuchs im Wald auf, zwischen Räubern und wilden Kreaturen. Für mich war klar, dass sie als Erwachsene ihren eigenen Weg finden müsste. Aus dieser Überlegung entstand die Grundidee meines Buches. Im Original leben viele geheimnisvolle Kreaturen im Wald – das wollte ich ebenfalls aufgreifen. Ich fragte mich: Was wäre, wenn Ronja eine Ungeheuerjägerin geworden wäre – allerdings nicht wie ein Witcher, der Monster jagt und tötet, sondern jemand, der den geheimen Wesen des Waldes mit Respekt begegnet? Aus dieser Idee entwickelte sich das erste Buch. Als es fertig war, hatte ich jedoch das Gefühl, dass es etwas sehr Eigenständiges geworden war – keine Fortsetzung mehr, sondern eine eigene Geschichte. Deshalb änderte ich alle Namen. In den weiteren Bänden ist der Einfluss Astrid Lindgrens noch spürbar, aber nur sehr zurückhaltend und vermischt sich mit all den anderen Einflüssen aus Fantasy Büchern, wie Dune, The Witcher oder Harry Potter.

Bücher schreiben stellt man sich oft romantisch vor – eine einsame Hütte, ein Schreibtisch, viel Zeit. Wie sieht dein Arbeitsprozess tatsächlich aus?

Weniger romantisch. Ich habe alle drei Bücher neben meiner Arbeit geschrieben, oft bis spät in die Nacht. Die Ideen entwickelte ich meist in meiner Freizeit. Bevor ich etwas aufschrieb, ging ich die Szenen lange im Kopf durch. Manchmal konnte ich mehrere Stunden am Stück schreiben, manchmal entstanden nur kurze Sequenzen. Und gelegentlich dauerte es eine Weile, bis ich wieder ganz in die Geschichte eintauchen konnte.

Wie gehst du beim Schreiben vor? Hast du das ganze Buch im Kopf oder arbeitest du mit einem Skript?

Ich habe die Geschichte grob im Kopf und erstelle bei Bedarf ein Skript. Im ersten Band habe ich mich stärker treiben lassen, wusste zuerst nicht wie alles Enden sollte, Der zweite Teil ist deutlich linearer aufgebaut und besteht aus zwei parallelen Geschichten mit ähnlichem Verlauf, das war einfacher zu planen und zu sschreiben. Im dritten Band hingegen gibt es mehrere Handlungsstränge, die sich immer wieder kreuzen, trennen und gegenseitig ergänzen. Informationen aus einem Strang helfen, einen anderen besser zu verstehen. Dafür brauchte ich ein relativ striktes Skript – an das ich mich dann auch … ab und zu gehalten habe. (lacht)

Was ist darunter zu verstehen? Hast du dich ans Skript gehalten oder nicht?

Beim Schreiben hatte ich oft das Gefühl, dass sich bestimmte Szenen und Wege fast von selbst entwickelten. Man kann ja nicht jedes Detail im Voraus planen. An manchen Stellen wurde mir während des Schreibens klar, dass die Handlung anders weitergehen musste als ursprünglich vorgesehen. Diese Momente habe ich ernst genommen. Statt starr an meinem Plan festzuhalten, habe ich mich darauf eingelassen, mich treiben lassen wohin mich die Geschichte führt.

Die Hauptfigur deiner Bücher ist Rose. Was ist sie für ein Charakter?


Rose ist sicher ein spannender, vielschichtiger Charakter und es macht Spass ihre Abenteuer zu verfolgen. Sie besitzt etwas Liebenswertes, hat aber auch eine impulsive, emotionale Seite. Sie geht Konflikten nicht aus dem Weg. Sie besitzt schnelle Reflexe und eine rasche Auffassungsgabe. Als junge Frau in einer männerdominierten Fantasy-Welt muss sie sich immer wieder durchsetzen. Das gelingt ihr als junge Rose deutlich weniger gut als später. Die junge Rose ist getriebener und rebellischer und geht keinem Kampf aus dem Weg.

Das heißt, wir erleben im Buch eine deutliche Charakterentwicklung?

Ja, vor allem durch die lange Zeitspanne, in der wir Rose begleiten. Die Gegenwartsebenen der einzelnen Bände umfassen jeweils nur etwa fünf bis acht Monate. Dort ist die Entwicklung naturgemäß begrenzt.
In den Rückblenden jedoch verfolgen wir Rose vom vierzehnjährigen Mädchen bis ins Erwachsenenalter. Dort findet die eigentliche Veränderung statt.

Was hast du dir zuerst ausgedacht: die Geschichte oder die ganzen Hintergründe, den „Lore“ sozusagen?

Erstaunlicherweise habe ich am Anfang überhaupt keine grossen Hintergründe zu Roses Welt aufgebaut, sondern einfach mit dem Schreiben begonnen. Das Königreich hiess zunächst schlicht „Königreich“ und die Hauptstadt einfach „Hauptstadt“. Erst nach dem Beenden des dritten Teils habe ich versucht, den Lore in allen Bänden anzupassen und die Namen zu vereinheitlichen, damit alles besser zusammenpasst. Erst da bekam die Hauptstadt ihren eigentlichen Namen. Auch die ganzen Hintergründe rund um das Imperium ergaben sich erst nach und nach aus der Geschichte. Dass ich zuerst alle Bände geschrieben habe, bevor ich den ersten veröffentlichte, hat sich bei diesem Vorgehen bewährt. So konnte ich nach der Fertigstellung des dritten Bandes die beiden anderen Bände nochmals überarbeiten und anpassen, damit alle Details stimmen. Einige Vorkommnisse ziehen sich nun durch alle drei Bände, ergeben eine plausible, nachvollziehbare Handlung und lassen die Welt echter und logischer wirken.

Welche Rolle spielte künstliche Intelligenz beim Erstellen des Buches?

Beim eigentlichen Schreiben keine. Ich habe jeden einzelnen Satz selbst verfasst und alle Ideen ohne Hilfe von KI entwickelt. Beim Korrigieren der Texte habe ich jedoch sowohl auf menschliche als auch auf künstliche Unterstützung zurückgegriffen. Die Titelillustrationen habe ich selbst gezeichnet. Die Bilder der Orte und Monster auf dieser Website hingegen wurden mit künstlicher Intelligenz erstellt. Ich muss zugeben: Ohne die Rechtschreibkorrektur durch ChatGPT hätte sich das Buch vermutlich nicht so schnell realisieren lassen. An dieser Stelle möchte ich auch allen menschlichen Revisorinnen und Revisoren danken, die es mir ermöglicht haben, die Bücher in ihrer jetzigen Form fertigzustellen


Wird es einen vierten Teil geben?


Im Moment ist die Geschichte abgeschlossen. Sie ist auserzählt. Aber man sollte niemals nie sagen.


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